Tuesday, 22 August 2017

Den Willen brechen


  Den Willen brechen




Was braucht ein Kind, um sich entfalten zu können?

Früher habe ich einmal gedacht, es braucht ganz viel. Mittlerweile habe ich gemerkt, es ist nur ein Einziges, das aber schwer umsetzbar ist: Es braucht bedingungslose Liebe. Das heisst das Gefühl, dass es um seiner selbst willen bedeutsam genug ist. Es darf nicht von anderen zum Objekt von deren Bewertungen und Erwartungen gemacht werden. Es darf nie das Gefühl bekommen, es müsse sich anstrengen, um geliebt zu werden.

Wie sollen Eltern denn ihr Kind vorbereiten?

Zunächst: Sie können ihr Kind nicht davor schützen, dass es anderen Menschen ausgesetzt ist. Aber sie können ihm einen sicheren Hafen schenken. Einen Ort, an dem das, was draussen möglicherweise bedeutsam ist, keinen Zugang findet. In dem, zum Beispiel, gemeinsam gekocht und gegessen wird, und sich ein Kind bei der Verfolgung eines gemeinsamen Anliegens innerhalb der Familie als bedeutsam erlebt. Dann ist ein Kind zwar nicht gerade immun, aber doch geschützt. Deshalb sage ich Eltern auch: Es ist nicht entscheidend, in welche Schule sie ihr Kind schicken. Entscheidend ist, ihm eine verlässliche innere Orientierung mit auf den Weg zu geben, damit es sich im Leben nicht verirrt.

Warum ist denn die Freude beim Lernen so wichtig?

Damit er hängenbleibt, muss der Lernstoff im Hirn emotional aufgeladen werden. Am effektivsten geschieht das, wenn ein Kind aus sich heraus lernt, weil es lernen will. Wenn dieser Wille schon gebrochen ist, lernen manche Kinder dem Lehrer zuliebe, weil sie ihn oder sie mögen. Und notdürftig klappt es eben auch mit den Dressurmethoden. Nur, da lernen die Kinder primär, was sie tun müssen, um Belohnungen zu bekommen oder Strafen zu vermeiden.

Und was geschieht, wenn ihm die Freude vermiest wird?

Es spürt sofort, dass etwas nicht stimmt. Im Gehirn werden die gleichen Netz­werke aktiviert wie bei körperlichem Schmerz. Und dann sucht jedes Kind nach etwas, was diesen Schmerz mindert. Selbst kann es nur auf zweierlei Weise reagieren: Indem es den Spiess umdreht und andere zum Objekt macht, beispielsweise indem es sagt: Alle sind blöd. Oder, schlimmer noch, indem es sagt: Ich bin blöd. Dann hat es sich selbst zum Objekt gemacht und die Freude am Lernen ist weg.

 Quelle


Anmerkung

Das Schulsystem ist ein Sammelbecken für psychopathische Lehrer. Ich nenne die Schulen "Staatlich organisierte Institute für mentale Massenvergewaltigung". Die Anwesenheitspflicht widerspricht jedem natürlichen Menschenverstand, denn in keinem anderen Bereich des Lebens werden Menschen sonst gegen ihren Willen dazu gezwungen, etwas zu tun wozu sie nicht bereit sind. Nach mindestens einem Jahrzehnt Schulpflicht wissen die Jugendlichen üblicherweise nicht mehr, dass sie die ganzen Jahre über entgegen ihren Interessen zur Pflegeleichtigkeit konditioniert wurden. Sie wurden dazu abgerichtet etwas zu tun, dessen Sinn sie nicht verstehen, so wie auch Soldaten im rauen Umgangston zur Gehorsamkeit gedrillt werden, um jeden noch so widersinnigen Befehl kritiklos entgegenzunehmen und verlässlich auszuführen. Üblicherweise leiden die gehorsamten Befehlsausführer frühzeitig an Demenz, wenn sie alt werden. Denn wer derart fremdbestimmt gelebt hat, kann auf seine inhaltslose Vergangenheit nicht zurückzublicken, ohne dass das Gehirn dem Lebenserhalt wegen, sich vorher auf eine mentale Notversorgung umstellt.

Saturday, 1 July 2017

Das blöde Grundeinkommen



Das blöde Grundeinkommen

Am 29.06.17 hat die hessenschau auf Facebook einen Artikel veröffentlicht, in dem sie über etwa 500 Streikende des Einzelhandels berichten, die vor einem Hotel in Frankfurt für einen Euro mehr Stundenlohn demonstrieren. Darauf habe ich einen Kommentar mit dem Hinweis auf das Grundeinkommen hinterlassen. Der darauf folgende Kommentar von "Lieschen Müller" ist aussergewöhnlich "intelligent". Und wie schön, dass "Kornelia Gaber" eine passende Antwort darauf wusste.


Quelle

Monday, 12 June 2017

Aktuelle Sozialpolitik über das Bedingungslose Grundeinkommen





Am 11.06.17 hat die Aktuelle Sozialpolitik auf Facebook den Artikel über Richard David Precht: "Ich will das Grundeinkommen, um das Schlimmste zu verhindern" mit dem folgenden Kommentar geteilt:

Aktuelle Sozialpolitik

Dafür, dagegen - aus der Welt der Diskussion über Sinn und Unsinn eines Grundeinkommens.

Zwei Beispiele:

Zunehmend polarisierend wird über das Thema bedingungsloses Grundeinkommen diskutiert. Dafür oder dagegen? Als wenn das so einfach ist bei einem derart komplexen Thema, das eben nur scheinbar eine Vereinfachung darstellt, denn man muss die vielfältigen Auswirkungen auf die zahlreichen anderen Bereiche unserer sozialen Sicherungssysteme mitdenken. Manche aber haben erkannt, dass man auf den Zug aufspringen und eine Menge Resonanz erzeugen kann, wenn man sich beispielsweise für das Grundeinkommen ausspricht.

Der Philosoph Richard David Precht optimiert das gerade mit zahlreichen Interviews, beispielsweise hier: "„Ich will das Grundeinkommen, um das Schlimmste zu verhindern“. Damit kann man an die vielen unzweifelhaft vorhandenen Ängste in der Bevölkerung adressieren vor dem, was sich gerade oder angeblich in der Arbeitswelt verändert. Wobei man dann natürlich zuweilen seht holzschnittartig argumentieren muss, um die Unausweichlichkeit der eigenen Schlussfolgerung zu untermauern.

Beispiel aus dem Interview: "Grob geschätzt wird vielleicht die Hälfte der Berufe übrig bleiben. Erzieher und Lehrer, auch Krankenschwestern wird es noch geben, man wird sich nicht völlig digital pflegen lassen." Offensichtlich hat er die Frey/Osborne-Studie aus dem Jahr 2013 im Kopf, die nicht nur methodisch sehr umstritten ist, sondern mittlerweile gibt es zahlreiche weitere Forschungsarbeiten, die einen deutlich differenzierteren Befund nahelegen. Die sollte man dann auch mal lesen. Aber egal - man kann ja für das Grundeinkommen werben, deshalb hier auch der Link zu dem Interview.

Und dann melden sich immer wieder die Gegner eines solchen Umbau-Ansatzes zu Wort und warnen vor dem Grundeinkommen aus ganz unterschiedlichen Perspektiven. Dazu gehört auch Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Und der hat in seiner Kolumne auf Zeit Online nun einen Beitrag veröffentlicht, bei dem es ihm darum geht, neben seiner Ablehnung des Grundeinkommens eine angebliche Alternative dazu aufzuzeigen - und er bezieht sich dabei explizit auf den neuen französischen Staatspräsidenten Macron, in dessen Land ja heute die Parlamentswahlen stattfinden.

"Von Frankreich lernen", so der Titel des Beitrags von Fratzscher. »Moderne Sozialpolitik muss sich an individuelle Lebenslagen und Bedürfnisse anpassen. Das bedingungslose Grundeinkommen kann das nicht. Flexible Erwerbskonten schon.«


Michael Molli

Wer gegen das Grundeinkommen ist, befürwortet die Sklaverei. Entweder sind diese Leute finanzielle Nutznießer des gegenwärtigen Systems oder einfach nur dumm ... ja oder beides.


Aktuelle Sozialpolitik

Man kann ja ein begeisterter Vertreter der Idee eines Grundeinkommens sein - aber zu schreiben "Wer gegen das Grundeinkommen ist, befürwortet die Sklaverei", damit desavouieren (sich in der Öffentlichkeit bloßstellen) sie sich selbst. Das ist völlig neben der Spur, denn es gibt auch unter denen, die aus welchen Gründen auch immer gegen ein Grundeinkommen (das es derzeit übrigens nur im Plural gibt mit teilweise erheblichen Unterschieden bei der Ausgestaltung der Leistung und der Finanzierung) und bei denen, die einfach nur skeptisch sind, ob das realisierbar ist und was da am Ende wirklich rauskommen würde, gerade wenn sie der Idee offen gegenüberstehen, viele, die sich für eine Verbesserung der sozialen Situation der Menschen einsetzen. Mit dieser jakobinischen Haltung - entweder du bist für mein Konzept oder ein mieser Mensch - tragen Sie sicher nicht dazu bei, dass man die unterschiedlichen Ansätze für ein Grundeinkommen offen diskutiert und die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen kann.


Michael Molli

Sie befinden sich in einer beruflich gehobenen Position und gehören ohne Zweifel zu den finanziell sehr gut versorgten Menschen. Ihre offiziell ablehnende Haltung zum Grundeinkommen ist somit nicht ungewöhnlich. Sie führen einige Beispiele auf, warum man berechtigterweise das Konzept eines BGEs ablehnt, missverstehen dabei jedoch (absichtlich?), dass ich mit meiner Aussage gerade jene Gegner provozieren möchte, welche lautstark Missinformationen verbreiten, obwohl sie es besser wissen sollten.

Und wir sprechen gerade nicht über die "erheblichen Unterschiede bei der Ausgestaltung", sondern darum, der gegenwärtigen immer perverser werdenden Vermögensverteilung ein funktionierendes Grundkonzept entgegenzusetzen. Ich finde es scheinheilig, wie Sie sich gegen das Konzept stellen, jedoch mit einer alibiartigen Regelmäßigkeit unsere sozialen Ungerechtigkeiten "anprangern".

Ich hatte vor einer Weile schonmal versucht mit Ihnen auf Ihrer Stefan Sell Facebook-Seite über das Grundeinkommen eingehender zu diskutieren, jedoch zogen Sie es vor, nicht mehr zu antworten. Und noch etwas: mit der Forderung nach einer sorgfältigen Abwägung der Vor- und Nachteile, rennen Sie bei mir offene Türen ein. Als Befürworter fällt mir jedoch auf, wie unüberlegt und mit welchen rhetorischen Tricks die Gegener des Grundeinkommens, vor allem in den öffentlichen Medien, argumentieren. Von ihnen hört man stets an den Haaren herbeigezogene Behauptungen, welche meistens längst widerlegt sind, jedoch kaum schlüssige Begründungen. Mahnen Sie diese auch an, sorgfältiger zu differenzieren?

Aktuelle Sozialpolitik


Michael Molli







Herr Stefan Sell hat sich wieder nicht auf ein Gespräch eingelassen.
Das ist meiner Meinung nach scheinheilig.

Saturday, 3 June 2017

Sound System



I have redone this posting that was a page before, because I needed the space for something else.















Epos Encore 50

• Power Handling _ 500 W
• Frequency Range _ 28 - 30.000 Hz
• Impedance _ 4 Ω
• Sensitivity _ 89 dB
• Woofers Ø _ 2 x 220 mm
• Mid Range Ø _ 158 mm
• Tweeter Ø _ 25 mm
• Dimensions _ 26.5 (W) x 38.5 (D) x 123 (H) cm




























Kudos C2

• Frequency _ 30 - 25000 Hz
• Main driver _ 18 cm
• Tweeter _ 25 mm
• Sensitivity _ 88 dB
• Impedance _ 8 Ω
• Dimensions _ 92.5 (H) x 20 (W) x 27 (D) cm























ProAc Response D28

• Impedance _ 8 Ω
• Recommended amplifier _ 10 - 200 W
• Frequency _ 2o - 3o.ooo Hz
• Sensitivity _ 88.5 db
• Bass _ 165 mm
• Tweeter _ 25 mm
• Dimensions _ 108 (H) x 20.4 (W) x 28.6 (D) cm

















ProAc Studio 140

• Impedance _ 4 Ω
• Recommended amplifier _ 15 - 250 W
• Frequency _ 25 - 3o.ooo Hz
• Sensitivity _ 91 db
• Bass _ 2 x 165 mm
• Tweeter _ 25 mm
• Dimensions _ 104.4 (H) x 19 (W) x 28 (D) cm























Cabasse Iroise 3

• 150 W
Impedance _ 3.5 - 8 Ω
Frequency _ 50 - 24.000 Hz
Sensitivity _ 92 db
Bass _ 2 x 165 mm
Tweeter _ 25 mm
Dimensions _ 116 (H) x 32 (W) x 42 (D) cm
Weight 35 Kg










Da die Preise für gute Lausprecher außerirdisch sind, empfehle ich DIY.
Das ist erheblich billiger für vergleichbare Leistung. Am besten hier anfangen.





Amplifier _ Rotel RA-06 SE

• Continuous Power Output _ 140 W
• Frequency Response _ 10 - 100.000 Hz
• Remote Control
• Dimensions _ 43.7 (W) x 9.2 (H) x 34.2 (D) cm
• Weight _ 7.7 Kg







Sony MDR-XB700

• Headphone Type _ Closed supra-aural
• Driver Unit _  Dynamic 50mm, dome type
• Frequency Response _ 3 - 28,000Hz
• Impedance _ 24 Ohms
• Sensitivity (dB) _ 106 dB/mW
• Power Handling Capacity _ 3000mW









Tuesday, 30 May 2017

Kurzer Dialog zu "Mensch Gottschalk" - dem Beitrag über das Grundeinkommen

Am 28.05.17 kam auf RTL in der "Mensch Gottschalk" Sendung ein kurzer Beitrag über das "Bedingungslose Grundeinkommen" vor. Kurz darauf hat sich über Facebook der folgende Dialog ergeben, den ich hier einmal festhalten möchte.



Johann Koenitz

Dieser Konsumsteuerbullshit und die Entsozialisierung unseres Staates machen die Idee kaputt! Sarah Wagenknecht-Niemeyer hat absolut recht. Eine Steuerreform sollte durchgeführt werden, auch um die Verschleierung um die herrschenden Verhältnisse aufzuheben (Ungleichheit/Ungleichbelastung/Mittelverschwendung z.B. für Sinnfreie Wirtschaftssubventionen.) Hier mein Vorschlag für ein VGE - ein Verfassungsmäßiges Grundeinkommen: click

Schon jetzt besitzt die Klasse der "Capitaleigner*innen" (Jene, denen Fabriken, Immobilien und Unternehmen gehören) weit mehr als die restlichen 80% zusammen. Das basiert darauf, dass sie sämtliche Gewinne aus dem Produktionsprozess einstreichen. Löhne und Gehälter sind dabei Teil der Produktionskosten. Löhne und Gehälter sind aber das einzige effektive Mittel, wie die meisten Menschen an ein regelmäßiges Einkommen kommen können, das hoch genug ist um überhaupt zu konsumieren (also das vielfache eines GE).

Mit der fortschreitenden Automatisierung werden aber immer weniger Menschen über ein vielfaches des GE an Einkommen verfügen und sie werden nicht mehr in der Lage sein zu "konsumieren" und damit ein BGE zu finanzieren. Denn bis dahin sitzen 100% des Vermögens bei der kleinen Schicht der Capitaleigner*innen, die wiederrum durch dieses Modell so gut wie gar nicht mehr besteuert werden - ein Reicher Mensch isst und kauft auch nur für eine Person ein.


Verena Nedden

Ich würde mir wünschen, daß Sie sich mit der Konsumsteuer ein wenig mehr beschäftigen, ehe Sie sie als bullshit bezeichnen. Informationen einer gemeinschaftlichen Ausgestaltung eines Konsumsteuersystens erhalten Sie hier. Ihr nicht bedigungsloses Grundeinkommen überzeugt hingegen insbesondere in Bezug auf die Selbständigen, die das Geld nicht ausbezahlt sondern verrechnet erhalten, kaum.


Johann Koenitz

Verena Nedden danke Verena, ich kenne die verschiedenen Steuersysteme (übrigens auch die existierenden verschiedener anderer Nationen) schon sehr gut und sage was ich sage genau deshalb. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass du meine Postings hier nicht richtig gelesen hast (Capitaleigner-Vermögenskorrellation). Das ist im übrigen auch der Hauptkritikpunkt diverser Linker Denker*innen.


Verena Nedden

Lieber Johann Koenitz, gerne setze ich mich mit deinen Argumenten auseinander. Bitte habe aber Verständnis, daß deine beleidigende Wertung nicht gerade dazu einlud, zumal dein Alternativ-Konzept eben nicht bedingungslos ist und damit keine Alternative darstellt.

In dem von mir konzipierten Konsumsteuersystem werden die Steuerschlupflöcher und Begünstigungen des heutigen Systems aufgedeckt und optimiert. So werden die Wirtschaftskreisläufe geschlossen und können genesen.

Im Konsumsteuersystem erhält die Unternehmerin ihr Einkommen netto, d.h. der Gewinn sinkt um die Hälfte, da die ehemalige Einkommensteuer in Konsumsteuer umgewandelt wurde. Die Kapitaleigner führen ihre bisherige Einkommensteuer dann als Konsumsteuer zu einem anderen Zeitpunkt ab. Niemand muß bei Konsumsteuererhebung noch mit seinem nun geringeren Einkommen besteuert werden.

Aufgrund der zunehmenden Automatisierung kann es jedoch sein, daß diejenigen, die über die Produktionsmittel verfügen, die höchsten Gewinne erwirtschaften und immer weniger Arbeiterinnen und Arbeiter über nichtselbständiges Einkommen verfügen. Jedoch werden sich die Gewinne der Unternehmen und Unternehmer am Umsatz orientieren müssen. Wenn nicht mehr genügend sonstiges Einkommen über dem bGE vorhanden ist, werden sich die Preise angleichen müssen, da sonst mangels Absatz jedweder Gewinn verloren ist. Es kommt dann zwangsläufig zu einer Umverteilung.

Wahrscheinlich ist auch, daß in einem Konsumsteuersystem mit bedingungslosem Grundeinkommen viele Einzelunternehmen entstehen, die ihrerseits neue lokale oder alternative Wirtschaftskreisläufe in Gang setzen. Dabei gilt: Je höher das ausgeschüttete bedingungslose Grundeinkommen ist, desto eher können lokale Wirtschaftskreise florieren und zur Umverteilung beitragen. Ein reicher Mensch isst zwar auch nur einmal wohl etwas teurere Lebensmittel, als ein Bedürftiger, jedoch gibt er erheblich mehr Geld für Luxusprodukte aus, so daß auf diese Weise Konsumteuer erwirtschaftet wird. Darüber hinaus ermöglicht Konsumsteuer es, die Gewinn-Marge der Kapitalgesellschaften bereits bei Produktverkauf zu 50% der Besteuerung zu unterwerfen und nicht wie bisher zum Teil erst bei Ausschüttung an die Anteilseigner, denn so bleiben thesaurierte Gewinne nur zum Teil besteuert und können reinvestiert werden. Auch dadurch wird immens zur Umverteilung beigetragen.

Es kann dennoch darüber hinaus erforderlich sein, eine stärkere Umverteilung zu konzipieren, insbesondere wenn die Sparquote ansteigt, weil die Einkommensschere exponentiell auseinander geht. z.B. kann eine besondere Luxussteuer neben der allgemeinen Konsumsteuer eingeführt werden, um einen noch stärkeren Umverteilungseffekt zu erreichen. Die Spreizung der Einkommensschere liegt an Faktoren wie Zinseszins, z.Zt. Patenzverträge und Lizenzverträge, durch die die Gewinne ins niedrig besteuerte Ausland verschoben werden (z.B.Irland, aktuell hierzu gibt es ein verhinderndes Gesetzgebungsverfahren), den EU-weiten Netto-Export, Verschonung von Betriebsvermögen bei der Erbschaftsversteuerung, effektive Höherbelastung von geringverdienenden Selbständigen durch Mindestbeiträge bei der Krankenkasse und die 1%-Regelung bei der privaten KFZ-Nutzung etc.

All dies kann man mit Konsumsteuer oder Einkommensteuer regeln.
Z.B.: Geht es um die Vererbung von Vermögensmassen, die im Einkommensteuersystem weitestgehend als Betriebsvermögen von der Erbschaftsteuer befreit sind, spricht nichts dagegen, eine Konsumsteuer auf den Erwerb von Todes wegen vorzusehen. Dem Argument der Betriebszerschlagung durch die Eintreibung von (heute) Erbschaftsteuer kann z.B. mit einer Beteiligung des Staates am ererbten Betriebsvermögen begegnet werden, wenn der Betrieb fortgeführt werden soll.

Im gemeinschaftlichen Konsumsteuersytem habe ich die bisherige allgemeine Abgabenbelastung umgestellt und Steuerschlupflöcher gestopft bzw. auf sie hingewiesen, wenn sie nur EU-weit zu beseitigen sind.

Konsumsteuer ist per se neutral. Sie kann neoliberal gestaltet werden, indem die bisherigen Einkomensteuer-Schlupflöcher übernommen werden. Sie kann auch sozial und gemeinschaftlich gestaltet werden, indem die bisherigen besonderen Sozialleistungen beibehalten werden und eine gleichmäßige, faire Besteuerung gewährleistet wird. Konsumsteuer hat den Vorteil, daß sie ein Grundeinkommen bedingungslos gewähren kann, da es auf die Höhe des individuellen Einkommens nicht mehr ankommt. Auf diese Weise kommen wir aus der Ellenbogengesellschaft heraus.

Bullshit ist Konsumsteuer nur dann, wenn sie z.B. ebenso neoliberal wie die heutige Umsatzsteuer und Einkommensteuer ausgestaltet wird. Da gilt es, achtsam zu sein und Schlimmes zu verhindern.


Johann Koenitz

Liebe Verena,

1. Wenn "nicht genügend sonstiges Einkommen über dem BGE" vorhanden ist, dann ist es schon zu spät. Denn dann besitzen die Capitaleigner*innen alles außerhalb des Gemeinwohls.

2. "Jedoch werden sich die Gewinne der Unternehmen und Unternehmer am Umsatz orientieren müssen." Was ist wenn die Unternehmer*innen sich mit ihrem Kapital einfach aus dem Staub machen oder aufgrund ihrer dann vorhandenen Macht den dystopischen Nachtwächterstaat unterhalten, wie wir ihn in so vielen Entwicklungsländern sehen können? Das ist der Übergang von einer demokratischen Ökonomie zur Palastökonomie (Trickle-Down) und ein Rückfall in die Stände-/Feudalgesellschaft.

3. "Es kommt dann zwangsläufig zu einer Umverteilung." das stimmt so nicht. Wahrscheinlicher ist oben beschriebenes egoistisches Verhalten der Capitaleigner*innen. Siehe Geschichte, Reichenforschung und Verhaltenspsychologie.

4. "daß in einem Konsumsteuersystem mit bedingungslosem Grundeinkommen viele Einzelunternehmen entstehen, die ihrerseits neue lokale oder alternative Wirtschaftskreisläufe in Gang setzen." - hoffentlich! Allerdings braucht es für viele Industrien inzwischen gewaltiges Startkapital, was die jeweilige Monopolisierungstendenzen erklärt im Moment. Daran ändern im Zweifelsfall auch 10 Tante-Oma-Läden nichts. Selbst wenn sich aber Konkurrenz für die etablierten bildet, dann ist die Wahrscheinlichkeit einer stillen Monopolisierung sehr hoch - siehe Pharma/Food und andere Kartelle (getarnt als Investitionsgesellschaften)

5. "Ein reicher Mensch isst zwar auch nur einmal wohl etwas teurere Lebensmittel, als ein Bedürftiger, jedoch gibt er erheblich mehr Geld für Luxusprodukte aus, so daß auf diese Weise Konsumteuer erwirtschaftet wird. " - das stimmt so definitiv nicht. Siehe Reichenforschung. Hier gilt der alte Spruch: "Reiche sind nicht reich, weil sie ihr Geld ausgeben"

6. "Darüber hinaus ermöglicht Konsumsteuer es, die Gewinn-Marge der Kapitalgesellschaften bereits bei Produktverkauf zu 50% der Besteuerung zu unterwerfen und nicht wie bisher zum Teil erst bei Ausschüttung an die Anteilseigner" - das ist schlicht unwahr. Umlagesteuern werden immer durch die Endverbraucher finanziert. Das Vermögen der Capitaleigner*innen bleibt unangetastet von so einem Steuersystem. Wenn die Menschen bei einem höheren Automationsgrad weniger Geld zur Verfügung haben, dann sinken auch die Preise (wie du richtigerweise festgestellt hast) und damit auch die vermeintliche steuerliche Belastung der Unternehmen. Das verändert höchstens was am Ertrag der Unternehmen, nicht aber am bestehenden Vermögen dessen Besitzer*innen.

7. "Es kann dennoch darüber hinaus erforderlich sein, eine stärkere Umverteilung zu konzipieren, insbesondere wenn die Sparquote ansteigt, weil die Einkommensschere exponentiell auseinander geht. z.B. kann eine besondere Luxussteuer neben der allgemeinen Konsumsteuer eingeführt werden, um einen noch stärkeren Umverteilungseffekt zu erreichen. " - damit verschwindet dann das Argument von der Vereinfachung des Steuerrechts wieder. Ich finde es aber gut, dass du es einsiehst, das hier ein Problem existiert mit deinem Modell.

8. "Dem Argument der Betriebszerschlagung durch die Eintreibung von (heute) Erbschaftsteuer kann z.B. mit einer Beteiligung des Staates am ererbten Betriebsvermögen begegnet werden, wenn der Betrieb fortgeführt werden soll." - das ist so nicht durchsetzbar und sogar unfair. Bereits versteuertes Vermögen darf nicht allein deshalb einer Halbierung unterliegen, nur weil ein Elternteil stirbt. Das macht niemand mit, der auch nur ein Haus sein eigen nennt oder auf dieses Erbe wartet. Wenn es erst ab einer gewissen Vermögenshöhe angewandt wird, dann ist es einfach nur unfair und wird hart bekämpft werden durch die Oberschicht.

Nochmal zusammengefasst:

• Ein Umlagesteuersystem besteuert die falschen (im Zusammenhang mit der Automatisierung)
• Ein Umlagesteuersystem erlegt sich selbst, da auch ohne zunehmende Automatisierung das Kapital auf extreme Art- und Weise an wenigen Stellen gesammelt wird und somit die Fähigkeit zum "Konsum" immer weiter verringert wird
• Ein Umlagesteuersystem funktioniert nur bei positiver Käuferstimmung. Beim Rückgang der Käuferstimmung (Marktsättigung, weniger Einkommen usw.) besteht die Gefahr der staatlichen Unterfinanzierung. Eine Steuererhöhung birgt dann die latente Gefahr einer selbstverstärkten Depression

Beim Rest findest du sicher eine vernünftige Lösung. Die 3 Punkte der Zusammenfassung stellen m.E. aber die Zweckmäßigkeit für die Vereinfachung des Steuersystems in Frage.


Verena Nedden

Lieber Johann Koenitz,

unter 1. beschreibst du die Situation, die sich aktuell durch das heutige neoliberale Steuersystem zuspitzt.

Zu 2. wird gerade gearbeitet, daß sich die Unternehmer nicht mehr mit unversteuerten Gewinnen (Stichwort: Lizenzverträge, Patentverträge) aus dem Staub machen können. Bei Konsumbesteuerung wäre in diesen Fällen der Vorsteuerabzug zu verwehren.

Zu 3.: Sicher hast du schon einmal Monopoly gespielt. Wenn die Straßen alle verteilt sind, wird´s langweilig. Diese Situation haben wir heute. Wenn klar ist, wer Gewinner wird, hast du auch als Großgrundbesitzer keine Lust mehr, weiterzuspielen. Du wirst dann vielleicht zusehen, daß du etwas abgibst, weil das anderen Reichen imponiert. (Diese Denke greift schon um sich!) Letztlich geht es beim bGE um Umdenken, um die Möglichkeit, das zu tun, was ich wirklich will bzw. den Sinn des Lebens zu finden. Hierzu gehört es auch, das Ego zu minimieren. Wenn ich mich darüber aufrege, daß Reiche ihr Ego austoben, sollte ich zusehen, meins zu minimieren. Ich beneide sie nicht, da ich weiß, wieviel Arbeit die großen Egos noch vor sich haben.

Zu 4.: Ich meinte keine Industrien, wenn ich von Einzelunternehmen spreche, und auch keine 10 Tante Emma-Läden, sondern Vielfalt, Ideenreichtum, Nachhaltigkeit und Manufaktur.

Zu 5. wirst du mir wohl zustimmen, daß das Leben mit Yacht und Villa, Champagnerparty und Swimmingpool anders aussieht als zu dritt in einer 60 qm-Wohnung in Essen Karnap, wenn der Strom teurer ist als der Hartz IV-Satz vorsieht. Reichtum ist i.Ü. meist investiert und bringt noch mehr Reichtum.

Bevor du unter 6. weiter von „schlicht unwahr“ schreibst, solltest du vielleicht die heutige Steuersystematik sorgfältig studieren und dann befinden. Du vergißt zudem, daß alle Steuern durch Endverbraucher finanziert werden.
Zu 7.: Es existiert kein Problem mit „meinem Modell“. Ich habe konzipiert, wie die ALLGEMEINE Erwerbsbelastung in ALLGEMEINE Konsumsteuer umgewandelt werden kann. Luxussteuer wäre hingegen eine besondere Steuer.

Unter 8. hast du außer Acht gelassen, daß es um Betriebsvermögen geht, welches heute zum Großteil als Schonvermögen von der Erbschaftsteuer ausgenommen ist, und nicht um das Familienheim. Während du unter 2. und 3. noch Kapitalmonopolisierung anprangerst, hältst du es nun für unfair, bei einer Erbschaft das Kapital teilweise zu vergemeinschaftlichen. Im Betriebsvermögen stecken i.d.R. erhebliche stille Reserven, die in früheren Zeiten für Ertragsminderung gesorgt haben. Diese Vermögenswerte sind bisher unversteuert geblieben. Stellt man sie wie heute von der Erbschaftsteuer frei, hat man die Kapitalkonzentration über Generationen gefestigt. Deine Zusammenfassung trifft auf das heutige Steuer- und Abgabesystem zu. Die wirtschaftliche Depression ist seit Jahrzehnten akut und hat sich mit Einführung von Hartz IV massiv verstärkt. Es wäre i.Ü. um ein Vielfaches einfacher und zweckmäßiger, die ohnehin von allen Endverbrauchern gezahlten Steuern direkt beim Erwerb von Produkten einzunehmen, anstatt von 80 Mio. Bürgerinnen und Bürgern das persönliche Einkommen zu zählen. Viel wichtiger aber ist, daß Konsumsteuer diejenige Steuer ist, welche die Ellenbogen-Egogesellschaft reduziert, da es eben gerade nicht mehr auf das individuelle Einkommen ankommt. Die Transparenz eines Konsumsteuersystems spricht zudem für eine Reduzierung von Schwarzumsatz.

Insgesamt scheint es mir anhand deiner zahlreichen unzutreffenden Wertungen und Urteile leider so, als ob du das Wesen der Konsumsteuer aber auch des heutigen Steuer- und Abgabesystems noch nicht wirklich durchdrungen hättest.


Johann Koenitz

Danke für deine ausführliche Antwort. Es scheint zumindest ein Missverständnis zu geben: Nicht was ich will, sondern was ich für durchführbar halte beschrieb ich. Darüberhinaus finde ich es sehr bemerkenswert wie du Forschungsergebnisse zur menschlichen Verhaltensweise wegwischst mit "...sie werden sich schon verändern..." - Nee, werden sie nicht. So tickt der Mensch nun mal nicht.

Beim Rest möchte ich deinen Kommentar einfach mal stehen lassen. Nicht weil ich dir Recht gebe, sondern weil meine Zeit begrenzt ist und FB offensichtlich nicht geeignet ist für so komplexe Themen. Es kommt zu sehr zu unnötigen Missverständnissen.

Schönen Tag dir!

Wednesday, 17 May 2017

Ein paar Bemerkungen zum Grundeinkommen


Ein paar Bemerkungen zum Grundeinkommen


Das bedingungslose Grundeinkommen ist mittlerweile wohl nahezu Jedem ein Begriff.

Das glaube ich nicht. Bei Gesprächen mit fremden Leuten auf der Straße im Mai dieses Jahres hat schätzungsweise etwa jeder 10. vorher schon mal was vom BGE gehört. Ob sie sich nur unwissend gestellt haben kann ich nicht sagen, aber eine große Mehrheit gibt (heute immer noch) an, nie etwas von dem Konzept gehört zu haben.


Welche Sozialleistungen sollen durch das bedingungslose Grundeinkommen ersetzt werden?

Die folgenden Sozialleistungen fallen in dem Maße weg, als Grundeinkommen die bisherige Leistung übersteigt und damit ersetzt:

• ALG II
• Familienbeihilfe
• Familienabsetzbeträge
• Bedarfsorientierte Grundsicherung
• Ausgleichsleistungen
• Ausgleichszulagen
• Stipendien
• BAföG
• Kindergeld
• etc

Siehe auch: Für 2010 betrugen die Sozialleistungen in Deutschland insgesamt 761 Mrd. Euro. Das entspricht etwa 9300.- € pro Kopf.


Jeder Mensch hat einen anderen, individuellen Bedarf an finanzieller Unterstützung nötig, je nachdem ob er gesund oder krank ist zum Beispiel.

Beispiele für Mehrbedarf

Erhöhte Werbungskosten

Diese sollten ausschließlich aus dem Erwerbseinkommen bestritten werden. Wer also einen besonders langen Arbeitsweg hat oder berufsbedingt eine Zweitwohnung anmieten muss, sollte sich überlegen, ob das Arbeitseinkommen diesen Aufwand rechtfertigt. Er sollte jedoch nicht berechtigt sein, die Kosten als besonderes Grundeinkommen ersetzt zu bekommen.

Ausbildungskosten

Das Grundeinkommen sichert auch das Existenzminimum von Auszubildenden und Studenten. Wer eine besonders teure Berufsausbildung anstrebt (z.Bsp. die Ausbildung zum Flugzeugpiloten), sollte sich um einen von einer Airline finanzierten Ausbildungsplatz bemühen oder einen Kredit aufnehmen.

Gesundheitliche Einschränkungen

Vermehrte Bedürfnisse wegen gesundheitlichen Einschränkungen sollten grundsätzlich von der Kranken-, Pflege oder Rentenkasse getragen werden.

Quelle: In 10 Stufen zum BGE


Wenn plötzlich jeder weiß, das jeder (angenommene) 1500,- Euro grundsätzlich jeden Monat zur Verfügung hat, wird jedes Unternehmen versuchen, davon ein gutes Stück abzubekommen. Schleichend oder offensichtlich werden die Preise ansteigen, genau wie es damals der Fall war, als der Euro die DM ablöste.

Darauf antworte ich üblicherweise, dass sich Preistreiber dadurch selber in den Finger schneiden würden. Die nichtverhandelbare Kondition, dass ein Grundeinkommen stets seinen existenzsichernden Zweck erfüllen muss, in Verbindung mit dem Punkt, dass je wohlhabender jemand ist, er umso mehr an der Finanzierung beteiligt wird. Diesen Mechanismus gibt es heute noch nicht.

Wednesday, 3 May 2017

Arbeitszwang um jeden Preis



Ab Minute 14:39 bis 14:57

Anke: "Was passiert wenn sich ein Arbeitsloser, nach dem Verlußt seines Arbeitsplatzes, bei der Gelegenheit umorientieren möchte, um einen für ihn persönlich passenden Arbeitsplatz zu finden?"

Arbeitsvermittlerin: "Dann kann er das gerne tun, aber ohne die finanzielle Unterstützung durch die Agentur für Arbeit."

Anke: "Ja?"

Arbeitsvermittlerin: "Ja!"


Thomas Loer über die Akzeptanz des Grundeinkommens



Vor einigen Tagen hatte ich die Gelegenheit, vor corpsstudentischen Alten Herren über das Bedingungslose Grundeinkommen zu sprechen. Dabei machte ich Erfahrungen, die einiger Reflexion wert sind [ ... ] Es wurde dort deutlich, dass das Lebensalter mit der Einstellung zum Bedingungslosen Grundeinkommen korrelierte: Je älter die Herren waren, desto größer war die Abneigung, sich der Idee zu öffnen.

Warum?
Offensichtlich lag eine Haltung vor, die in gesteigerter Form in folgender Frage zum Ausdruck kam, die mir einmal bei anderer Gelegenheit entgegengehalten wurde: „Warum sollen meine Kinder es in ihrem Leben besser haben, als ich es in meinem hatte, und von den Entbehrungen, die ich erleiden musste, verschont bleiben?

Diese Haltung erschien mir lange Zeit als zynisch und verbittert. Seit der Veranstaltung mit den Alten Herren aber ist mir deutlich geworden, dass sich da eine Angst bemerkbar macht: die Angst, dass die eigene Lebensleistung entwertet würde. Berechtigt die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommens zu dieser Angst? Erklärbar ist sie doch nur, wenn die Lebensleistung an der Entbehrung, der sie abgerungen wurde, gemessen wird. Hinter der Verlustangst steckt eine Haltung, die Anerkennung einzig an mit Entbehrung verbundene Leistung koppelt.

In der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens steckt nun eine bedingungslose Anerkennung; wenn man eine solche bedingungslose Anerkennung allerdings in seinem entbehrungsreichen Leben selbst nicht erfahren hat, wird man auf eine viel tiefergehende Entbehrung aufmerksam, die man durch Schaffen zu kompensieren suchte.

Die Zukunftsangst angesichts der Idee eines Bedingungslosen Grundeinkommens richtet sich also auf die Vergangenheit [ ... ]

Wie könnte dieser Angst begegnet werden?
Wenn es gelänge, Anerkennung an das sachhaltige Ergebnis der Lebensleistung zu koppeln statt an die Entbehrungen, denen sie abgerungen wurde – dann nämlich könnte man die Möglichkeit der Einführung eines Bedingungslosen Grundeinkommens als auf eigener Leistung aufruhend würdigen, könnte ohne Angst um die Entwertung des eigenen Lebens ein besseres für die nachfolgenden Generationen begrüßen. [ ... ] Begreift man das Bedingungslose Grundeikommen [ ... ] als Universalisierung eines Startkapitals, dann stellt es eine Würdigung der Lebensleistung [ ... ] aller vorhergehenden Generationen dar, die man sich umfassender kaum vorstellen kann.

  Thomas Loer


Tuesday, 2 May 2017


Auswirkungen von Sanktionen im SGB II












Quelle (PDF)